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Informationen auf Deutsch

Update 10.03.2022: Leider wurde die Förderung des DAAD für die Sommerschule'22 abgesagt.
 

VII Internationale Sommerschule „St. Petersburg: Die Topographie und das Erbe der kaiserlichen und sowjetischen Geschichte“


1712 traf der Zar Peter der Große eine kühne Entscheidung. Er verlegte seinen Hof von der jahrhundertealten Hauptstadt Moskau in ein neu gegründetes Städtchen in einer abgelegenen und dünn besiedelten Gegend an der Ostseeküste. Außerdem blieb dieses Gebiet bis zum Ende des Großen Nordischen Krieges 1725 formal unter schwedischer Herrschaft. Der Mann hatte jedoch einen Plan. Letztendlich konzentrierte die neue Stadt St. Petersburg eine enorme Menge an politischer Macht und kulturellem Kapital in einem Kaiserreich, das den größten Teil Nordeurasiens bedeckte und sich sogar bis nach Nordamerika erstreckte. Nach der Russischen Revolution von 1917 verlor die Stadt ihren imperialen Status und erlitt während des Russischen Bürgerkrieges, des Zweiten Weltkrieges und der postsowjetischen Krise der 1990er Jahre extreme Verwüstungen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts erlangte sie jedoch gegenüber Moskau einen Sonderstatus, der Hauptstadt oft sogar gegenübergestellt, und ist bis heute ein wichtiges regionales Wirtschafts- und Kulturzentrum.
 
Die Sommerschule erforscht diese turbulente und oft schwierige Geschichte mit Schwerpunkt auf dem politischen und kulturellen Raum der Stadt. St. Petersburg, oft im Schatten anderer imperialer Hauptstädte wie z. B. London und Wien, bietet tatsächlich einen interessanten Ausgangspunkt, um die Verflechtungen der globalen, imperialen und regionalen Geschichte, die Mehrdeutigkeit und Ungleichheit der Modernisierung, sowie die Entstehung des modernen urbanen Selbst zu untersuchen. Es untersucht und testet auch viele weit verbreitete westliche Annahmen über die Ursprünge und Verzweigungen der Moderne, das Wesen des sozialen Wandels und die Rolle von Expertenwissen. Schließlich beschäftigt sich die Summer School auch mit der Frage des historischen Gedächtnisses und der Hinterlassenschaften der Vergangenheit in einer zeitgenössischen Stadt.
 
Die Sommerschule richtet sich an Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften. Russischkenntnisse sind nicht erforderlich, da alle Vorlesungen, Seminare und Exkursionen auf Englisch durchgeführt werden. Grundkenntnisse der Geschichte des Landes und des heutigen Russlands sind wünschenswert, aber nicht erforderlich. Das Curriculum umfasst intensive Russischkurse für ausländische Studierende, Seminare und Workshops (teilweise im urbanen Raum von St. Petersburg) sowie ein spezielles Kultur- und Exkursionsprogramm in und um die Stadt. Drei Wochen lang arbeiten die Studierenden in Kleingruppen an einem Miniprojekt zu Erinnerungspraktiken im urbanen Raum des zeitgenössischen St. Petersburgs und präsentieren ihre Ergebnisse am Ende des Kurses. Darüber hinaus haben die Studierenden die Möglichkeit, sich vor Ort selbstständig über die aktuellen politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der Stadt zu informieren, da die Veranstalter notwendige Kontakte vermitteln. Die Sommerschule heißt Studierende aller ausländischen und russischen Universitäten willkommen.
 
Die Nationale Forschungsuniversität „Higher School of Economics“ (HSE) gehört zu den Elitehochschulen der Russischen Föderation. Ihr Sitz ist Moskau, sie besitzt auch Filialen (Campus) in St. Petersburg, Nizhnij Novgorod und Perm. 1992 von Wirtschaftswissenschaftler aus dem Umfeld der Wirtschaftsreformer um den damaligen Minister Egor Gaidar gegründet, entwickelte sie sich rasch zu einer der führenden Universitäten Russlands mit sozial- und geisteswissenschaftlichem Profil, die sich durch Liberalität, Forschungsorientierung und Weltoffenheit auszeichnet. Die Higher School of Economics verfügt über eine konsequente Internationalisierungsstrategie, die die Gewinnung von Spitzenforschern aus dem Ausland einschließt. Ort der Sommerschule ist der 1998 gegründete Campus der Hochschule in St. Petersburg und das Department für Geschichte, das 2012 entstand.
 
Leitung der Sommerschule/Kontakt
Pavel Vasilyev – Akademischer Direktor, Department of History, HSE, Campus St. Petersburg
Marina Kozhemiakina –  Programmkoordinatorin, Center for Historical Research, HSE, Campus St. Petersburg
 
Eckdaten        Bewerbungsschluss:  31.05.2022
                        Anreisetag:                 04.09.2022
                        Unterrichtsbeginn:      05.09.2022
                        Unterrichtsende:         25.09.2022
                        Abreisetag:                 26.09.2022
Zielgruppe: Für die Sommerschule können sich Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften aller Studiengänge aus allen Ländern bewerben, soweit sie die englische Sprache beherrschen.
Bewerbung: Studierende, die den Wunsch haben, an der Sommerschule der Higher School of Economics, Campus St. Petersburg teilzunehmen, sollen 1. den Fragebogen ausfüllen, 2. ein Motivationsschreiben an Pavel Vasilyev senden.
Anforderungen: Es werden keine Kenntnisse der russischen Sprache vorausgesetzt. Alle Vorträge, Seminare und Exkursionen werden in Deutsch oder Englisch angeboten. Grundkenntnisse der russischen Geschichte und Gegenwart sind wünschenswert, aber keine Voraussetzung.
Kursgebühren/Bezuschussung/Visum: Für die Teilnahme an der Sommerschule werden Gebühren in Höhe von 1150,- € erhoben. In dieser Gebühr sind die Kosten für alle Seminare und Vorträge, für den Russischunterricht, für alle Exkursionen sowie für Unterbringung im Stadtzentrum (inkl. Frühstück) enthalten.
Die Kursgebühren umfassen nicht die Kosten für die Hin- und Rückreise, Mittag- und Abendessen, Krankenversicherung und etwaige Visa- und Bankgebühren. Die von der Universität ausgewählten BewerberInnen erhalten von der Universität eine schriftliche Zusage.
 
Nach der Zusage durch die Leitung der Sommerschule am Anfang Juni erhalten alle TeilnehmerInnen eine offizielle Einladung durch die HSE. Mit dieser Einladung kann bei einem Konsulat der Russischen Föderation in Deutschland ein Visum beantragt werden, das in der Regel kostenfrei ist. Normalerweise reicht dabei die elektronische Scankopie der Einladung aus. Für die Fragen bezüglich des Visumverfahrens wenden Sie sich bitte an das entsprechende Konsulat.
 
Sommerschule: Die Sommerschule besteht aus einem Sprachintensivkurs (getrennte Gruppen für AnfängerInnen und Fortgeschrittene), Seminaren und Vorträgen zum Thema „St. Petersburg: Die Topographie und das Erbe der kaiserlichen und sowjetischen Geschichte“ sowie einem Exkursionsprogramm. Das Schwergewicht der Sommerschule bildet der Fachkurs. An Werktagen findet der Sprachunterricht vormittags statt. Der Nachmittag bleibt dem Selbststudium, fakultativen Angeboten (Besuche von NGO usw.) vorbehalten. Das Exkursionsprogramm korrespondiert mit dem Seminarplan.
Sprachkurs: Nach der Anreise erfolgt die Einteilung der TeilnehmerInnen gemäß den Sprachkenntnissen in kleine Gruppen. Als DozentInnen fungieren ausgewiesene und im Umgang mit Sprachunkundigen erfahrene SprachlehrerInnen. Der Sprachunterricht nimmt täglich 3 akademische Stunden in Anspruch. Angeboten werden neben dem Erwerb umgangssprachlicher Fähigkeiten auch Komponenten der Fachsprache. Nach erfolgreicher Absolvierung eines Sprachtests wird der Abschluss des Sprachkurses mit 2 ECTS-Points bewertet.
Fachkurs: Im Mittelpunkt des Fachkurses steht ein von WissenschaftlerInnen der HSE alternierend geleitetes Seminar zum Thema der Sommerschule (je nach Teilnehmerzahl in ein oder zwei Gruppen), insgesamt 30 akademische Stunden. Eine Besonderheit der Sommerschule besteht darin, dass ein Teil der Seminarsitzungen im öffentlichen Raum St. Petersburgs abgehalten werden. Die TeilnehmerInnen werden vorab mit einer Literaturliste versorgt, die die gezielte Vorbereitung auf die Sommerschule erleichtern soll. Ihnen wird ein Reader zur Verfügung gestellt. Die TeilnehmerInnen der Sommerschule erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein offizielles Zertifikat der Higher School of Economics. Falls die TeilnehmerInnen der Fachkurs mit der Vorlage eines 5-6seitigen Essays zu einem der einschlägigen Themen abschließen, wird der Abschluss des Kurses mit 5 ECTS-Points bewertet (incl. 2 ECTS-Points für den Russischunterricht).
Exkursionsprogramm: St. Petersburg ist eine europäische Metropole mit einer beeindruckenden Vielfalt von historischen Denkmälern, die die Geschichte der Stadt und des Landes in mannigfaltiger Weise widerspiegeln. Die Stadt mit ihren Vororten bildet gleichsam Kulisse und Gegenstand der Sommerschule.
 
Die Teilnehmer der Sommerschule erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein offizielles Zertifikat der Higher School of Economics. Die Teilnahme ist mit 5 ECTS-Points (bei Vorlage eines Essays) bewertet.